Chronik 2003

Chronik/Kronika 2003

Kahlenberg, 7 September 2003

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Botschafterin der Republik Polen Prof. Irena Lipowicz und Zofia Beklen


Wien Bundeskanzleramt,  23 Oktober 2003

Zofia Beklen und Dr. Benita Ferrero Waldner


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Universität Wien,  10 Dezember 2003

Mag. Roma Hurey

Thema der Diplomarbeit:  Josef Szajna und das Theater der Plastischen Narration. Die Grenze zwischen dem Theater und der bildenden Kunst.


Verleihung von Bundesehrenzeichen

Ansprache der Bundesministerin für auswärtige Angelegenheiten

Dr. Benita Ferrero-Waldner

Wien, am 23. Oktober 2003

Meine sehr geehrten Damen und Herren!

Die österreichische Schriftstellerin Marie von Ebner-Eschenbach meinte:
„Einer der seltensten Glücksfälle, die uns zuteil werden können, ist die Gelegenheit zu einer gut angewendeten Wohltat“.

Die Bundesregierung hat sich in Erkenntnis der Tatsache, dass die Bürgergesellschaft nicht funktionieren kann, ohne das Engagement des Einzelnen und ohne die Bereitschaft der Menschen, einander zu helfen, entschlossen, Ehrenzeichen an Mitbürgerinnen und Mitbürger zu verleihen, die eine gut angewendete Wohltat vollbracht haben.

Ich habe mir erlaubt, jeden Einzelnen von Ihnen, die Sie heute hier sind, für ein solches Ehrenzeichen vorzuschlagen. Sie stehen hier stellvertretend für die vielen Menschen in unserem Lande, die bereit sind zu helfen, wenn Hilfe benötigt wird.

Der bevorstehende Nationalfeiertag erschien mir ein guter Anlass, die Überreichung der Ehrenzeichen vorzunehmen und Ihnen auf diesem Wege ein besonderes Dankeschön zu sagen.

Die humanitäre Tradition wird in Österreich groß geschrieben, unabhängig davon, ob die Hilfe im Lande selbst oder anderswo gebraucht wird. Ich denke in diesem Zusammenhang gerne an die Großzügigkeit der Hilfe unserer Landsleute für „Nachbar in Not“ oder beispielweise bei der großen Hochwasserkatastrophe im vorigen Jahr.

Manchmal ist es unser Land selbst, das Hilfe braucht. Eine solche Situation hatten wir im Jahre 2000, als Vorurteile und Missverständnisse im Ausland, insbesondere bei unseren europäischen Partnern und in Übersee, zu ungerechtfertigten öffentliche Angriffen auf Österreich und seine Bevölkerung und Sanktionen gegen die Republik als solche ergriffen wurden. Es gab damals im In- und Ausland viele Menschen und Freunde Österreichs, die es besser wussten, nämlich dass Österreich ein vertrauenswürdiger und verlässlicher Partner ist, unabhängig von der jeweiligen Zusammensetzung der Bundesregierung.

Es gab – und darauf sind wir stolz und darüber freue ich mich noch heute – viele Menschen, die mich und die Bundesregierung aktiv dabei unterstützten, den Ruf Österreichs in der Welt zu verteidigen. Dazu gehören Prof. Klaus Emmerich, Dr. Martin S. Ledolter in Wien und viele andere in anderen Ländern, die heute nicht hier sein können, die diese Auszeichnung aber ebenfalls erhalten werden.

Eine jener humanitären Aktionen, mit denen die österreichische Außenpolitik in einer wichtigen und gefährdeten Weltregion eine wichtige menschliche Geste setzen konnte, stellt die medizinische Betreuung irakischer Kriegsversehrter dar, eine Initiative, die wir unmittelbar nach Beendigung der Kampfhandlungen im Irak in die Wege leiten konnten – entgegen all der Widerstände, die es zu überwinden gab.

Wie Sie vielleicht wissen, habe ich diese – großteils – Kinder mit schwersten Leiden bzw. Verwundungen, wie verbrannte Gesichter, verstümmelte Glieder, etc. buchstäblich selbst mit ausgeflogen, um sie in österreichischen Spitälern behandeln lassen zu können. Einige der Kinder sind bereits wieder geheilt in ihrer Heimat.

Dies wäre nicht möglich gewesen, ohne die aufopfernde Mitwirkung von Frau Birgit Enengl und Frau Ingrid Larndorfer, die beiden Krankenschwestern, die bei diesem Flug im Einsatz standen, sowie ohne die aktive Hilfe von Caritas – vielen Dank an Herrn Dr. Wolfgang Aichelburg-Rumerskirch – und das Österreichische Rote Kreuz .

Wir ehren heute auch andere hilfsbereite Menschen, wie Frau Landtagsabgeordnete Elisabeth Freundlinger, die Initiatorin des Lebenshauses Oberneukirchen und Obfrau des Hilfswerkzweigvereins.

Wenn es um Völkerverbindung geht, so danke ich auch Frau Zofia Beklen, Präsidentin der Wiener-Krakauer Kulturgesellschaft, und

Frau Anna-Maria Bauer, die sich um die Veranstaltungen des Polen-Jahres in Wien, durch das wir unseren Regionalen Partner Polen besser kennen lernen konnten, verdient gemacht haben. Ebenso ehren wir

Herrn Fatmir Velaj, den Leiter des „Forums Weltoffenheit“, das ausländische Künstler in Österreich unterstützt.

Ich danke ferner Botschafter i.R. Dr. Bernhard Stillfried sowie meinem Freund Heribert Steinbauer, dem ehrenamtlichen Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Entwicklungszusammenarbeit. Ich danke auch Dkfm. Hans Bürstmayr, dem ehemaligen Leiter der EZA-Kofinanzierungsstelle.

Meine wichtigste außenpolitische Priorität stellt die EU-Erweiterung dar, für die wir jahrelang gearbeitet – gut gearbeitet und gut verhandelt – haben und die am 1. Mai des nächsten Jahres Wirklichkeit wird.

Ich danke Prof. Dr. Michael Landesmann vom Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW) für seine kostenlose – und vor allem unbezahlbare – gute Beratung in Fragen der Erweiterung. Für sein jugendliches Engagement in der Initiative EU-Erweiterung erhält Herr Mag. Josef Mantl das Ehrenzeichen.

Nicht vergessen möchte ich die Damen und Herren des CDA, des Klubs der Angehörigen der Angehörigen des Außenministeriums, die sich um die Sorgen und Nöte der Gattinnen und Gatten der Bediensteten meines Hauses annehmen.

Und last but not least den Vertreter des Sports, Herrn Helmut Senekowitsch, den Trainer der erfolgreichen Fußballmannschaft des Außenministeriums, der übrigens auch das Team (der Konkurrenz?) betreut, nämlich des österreichischen Parlaments.

Unser Gemeinwesen braucht Menschen wie Sie. Ich möchte nochmals meinen Dank aussprechen, Ihnen zur Verleihung des Ehrenzeichens durch die Bundesregierung herzlich gratulieren und Sie bitten, Ihr persönliches Engagement aufrecht zu erhalten und weiter mit gutem Beispiel für andere voranzugehen.

Adalbert Stifter, der heute Geburtstag hätte, meinte: „Das ist das Merkmal des großen und guten Menschen, dass er immer zuerst auf das Ganze und auf andere sieht, auf sich zuletzt.“

Ich möchte nun zur Überreichung schreiten.


Bundesministerium für
auswärtige Angelegenheiten
Referat I.1.a – Orden

Sehr geehrte Frau Beklen!

Das Ordensreferat beehrt sich mitzuteilen, dass in Anerkennung Ihres vorbildlichen und selbstlosen Wirkens im Sinne des Bundes-Ehrenzeichengesetzes vom 12. März 2002 betreffend Verdienste durch ehrenamtliche, unentgeltliche Leistungen im Rahmen von Freiwilligen-Organisationen und Freiwilligen-Initiativen die Frau Bundesminister für auswärtige Angelegenheiten Dr. Benita Ferrero-Waldner in Aussicht genommen hat, Ihnen das Bundes-Ehrenzeichen zu verleihen.

Die Überreichungszeremonie ist für Donnerstag, den 23. Oktober 2003, um 13.00 Uhr, im Bundeskanzleramt, Kongress-Saal, Ballhausplatz 2, 1014 Wien, vorgesehen.

Aus diesem Anlass werden Sie ersucht, Ihre Teilnahme zu bestätigen und drei Personen aus Ihrem Familien- und Bekanntenkreis, die Sie zu der Überreichung begleiten, an nachstehende Adresse bekannt zu geben.

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